
Der Polo Harlekin entstand aus einer Volkswagen-Werbeidee zum modularen „Baukastenprinzip“ des 1994 vorgestellten Polo III. Zunächst wurden etwa 20 sogenannte Ur‑Harlekine als Werbeträger gefertigt. Wegen der überraschend großen Nachfrage brachte Volkswagen das mehrfarbige Fahrzeug anschließend als Sondermodell in Serie. Die Karosserieteile waren nach vier festgelegten Mustern in Chagallblau, Flashrot, Ginstergelb und Pistaziegrün kombiniert; die Kundschaft konnte die konkrete Kombination nicht frei wählen. Serienfahrzeuge waren Fünftürer.
Das Serienmodell wurde von 1995 bis Anfang 1997 ausgeliefert. Übereinstimmend nennen ADAC und mehrere Fachquellen eine Gesamtzahl von 3.806 ausgelieferten Polo Harlekin. Ursprünglich war lediglich eine Kleinserie von 1.000 Fahrzeugen vorgesehen. Die Zahl 3.806 bezieht sich auf alle Serien‑Harlekine und nicht ausschließlich auf das Baujahr 1996 oder die 60‑PS‑Motorisierung.
Eine belastbare aktuelle Gesamtzahl aller weltweit erhaltenen Polo Harlekin ist nicht öffentlich verfügbar. Auch der deutsche KBA‑Bestand lässt sich ohne die genaue Hersteller‑ und Typschlüsselnummer des Fahrzeugs nicht eindeutig bestimmen; zudem kann die Ausstattungsvariante „Harlekin“ in der amtlichen Statistik zusammen mit gleich motorisierten Polo 6N geführt sein. Bekannt sind deshalb vor allem Club‑ und Registermeldungen, die jedoch keine vollständige Bestandszählung darstellen. Für eine amtliche Abfrage in Deutschland werden die HSN und TSN aus dem Fahrzeugschein benötigt.
Mit nur 3.806 Serienfahrzeugen ist der Polo Harlekin deutlich seltener als ein gewöhnlicher Polo 6N. Originalität ist für die historische Einordnung besonders wichtig: Die Grundfarbe lässt sich unter anderem an Dach, Schwellern und im Motorraum erkennen; außerdem folgten die ab Werk montierten farbigen Karosserieteile festen Kombinationsmustern. Nachträglich bunt zusammengestellte Fahrzeuge sind daher von originalen Harlekinen zu unterscheiden.


